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Aus den geheimen Gefilden des Mephistopholus

/ zur Revision der progressiven Universalpoesie

"Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennte Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen, und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will, und soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald verschmelzen, die Poesie lebendig und gesellig, das Leben und die Gesellschaft poetisch machen, den Witz poetisieren, und die Formen der Kunst mit gediegenem Bildungsstoff jeder Art anfüllen und sättigen, und durch die Schwingungen des Humors beseelen." Friedrich Schlegel: >>Athenäums<<-Fragmente und andere Schriften. Stuttgart, 2005. S. 90. Anmerkung der Assistentin/Annika van Vugt vom 12.06.2014: "Mephistopholus ist im Internet geblieben, in einer anderen Form allerdings. Mehr als Dokumente freilich wird man hier nicht vorfinden, so sehr man auch sucht. Das Wichtigste: Mephistopholus lebt, und zwar so gut wie niemals zuvor."

taunuswolf:

Mein schönstes Geschenk zum 60. Geburtstag. Ein Porträt, gemalt von Hannah Bayer, entstanden im Atelier von Anika van Vught (Mephistopholes)

taunuswolf:

Mein schönstes Geschenk zum 60. Geburtstag. Ein Porträt, gemalt von Hannah Bayer, entstanden im Atelier von Anika van Vught (Mephistopholes)

Tagged with:  #hannah bayer  #annika van vugt
"Die erotische Begegnung beginnt mit der Betrachtung des begehrten Körpers. Bekleidet oder nackt ist der Körper eine Gegenwart: eine Gestalt, die für einen Augenblick der Inbegriff aller Formen der Welt ist. Sowie wir diese Gestalt umarmen, hören wir auf, sie als Gegenwart zu sehen, und umfangen sie als etwas Konkretes und Greifbares, das gleichwohl grenzenlos ist. Indem wir diese Gegenwart umarmen, hören wir auf, sie zu sehen, und sie selbst hört auf, etwas Gegenwärtiges zu sein. Auflösung des begehrten Körpers: Wir sehen nur noch Augen, die uns anblicken, einen Hals, vom Lampenlicht beschienen und sogleich wieder ins Dunkel getaucht, einen weiß schimmernden Schenkel, den Schatten, der vom Nabel zum Geschlecht hinabsteigt. Jedes dieser Teile existiert für sich allein, aber weist hin auf den ganzen Körper. Auf diesen Körper, der plötzlich endlos geworden ist. Der Körper meines Partners hört auf, eine Gestalt zu sein und verwandelt sich in eine formlose und unendliche Substanz, in der ich mich verliere und zugleich wiederfinde. Wir verlieren uns als Personen und finden uns wieder als Empfindungen. Je stärker die Empfindung, desto grenzenloser der Körper, den wir umarmen. Ein Gefühl des Unendlichen: Wir verlieren unseren Körper in diesem Körper. Die körperliche Liebe ist die Vollkraft des Körpers und der Verlust dess Körpers. Auch sie ist die Erfahrung des Identitätsverlustes: Auflösung der Formen in tausend Empfindungen und Visionen, Versinken in einer ozeanischen Substanz, Verflüchtigung aller Wesenheit. Es gibt weder Form noch Gegenwart; es gibt die Woge, die uns wiegt, den Ritt durch die Weite der Nacht. Eine zirkuläre Erfahrung: sie beginnt mit dem Schwinden des Körpers des Partners, verwandelt in endlose Substanz, die pulsiert, sich ausdehnt, sich zusammenzieht und uns in die Urwasser taucht; einen Augenblick später verflüchtigt sich die Substanz, der Körper wird wieder Körper, und die Gegenwart taucht wieder auf. Wir können die geliebte Frau nur sehen als eine Gestalt, die eine unbeugsame Andersheit ins sich birgt, oder als Substanz, die sich selbst aufhebt und uns aufhebt."
- Octavio Paz: Die doppelte Flamme, Frankfurt/Main 2001, S. 242/243 (via mephistopholus)

annika van vugt, e. and mephistopholus

"Überall in der Welt haben die sogenannten Heiligen behauptet, dass es unheilvoll sei, eine Frau anzusehen; sie sagen, dass man Gott nicht näher kommen könne, wenn man der Sexualität fröne. Daher stoßen sie sie beiseite, obgleich sie sich danach verzehren. Indem sie aber die Sexualität verneinen, ist es gerade so, als ob sie sich die Augen ausstächen und die Zunge ausrissen; denn sie verneinen die ganze Schönheit der Erde. Sie haben Herz und Geist verkümmern lassen, sie sind ausgetrocknete menschliche Wesen, sie haben die Schönheit verbannt, weil die Schönheit mit dem Weiblichen verbunden ist."
- Jiddu Krishnamurti, “Einbruch in die Freiheit”. Lotos, München 2012

Sonic Youth - Sunday

(Quelle: youtube.com)

mephistopholus: &#8220;?&#8221;
annika van vugt: &#8220;zur revision der romantik!&#8221;

mephistopholus: “?”

annika van vugt: “zur revision der romantik!”

Mephistopholus über den Ort, in dem er aufgewachsen ist, 2008

Annika van Vugt: Mephistopholus

Annika van Vugt: Mephistopholus

Satumaa - Jukka Perko Streamline Jazztet

(Quelle: mephistopholus)

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http://mephistopholus.tumblr.com/post/5731959782/hintergrundrauschen-sch-nwetter

hintergrundrauschen sagte:

Werter Mephistopholus,ich würde es wagen, mich mit Ihnen einzulassen, wenn Sie mir näher brächten, um was es denn ginge oder was ich zu tun hätte.

Ich verbleibe mit besten Grüßen

M. Schönwetter

Es geht um queere Subversion im weitesten Sinne. Adorno würde vom Nicht-Identischen sprechen. 

Was Sie zu tun hätten? Zu welcher Tat wären Sie denn wohl bereit? Jedenfalls, so viel steht fest, Sie würden zu aller erst ein Brieflein erhalten.

Bis dahin mit herzlichen sonntäglichen Grüßen, 

Ihr Mephistopholus

Vor 3 Jahren

Tagged with:  #hintergrundrauschen  #m. schönwetter  #mephistopholus  #brief  #queere subversion  #nicht-identisches

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The KVB - Never Enough

(Quelle: youtube.com)

 vapaus 17.06.2014

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 vapaus 17.06.2014

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"Die romantische Schule ist charakterisiert durch die Begriffe des Subjektivismus, der Sensibilität, der Rezeptivität, durch die Ablehnung der Polarität der Geschlechter, durch Einfühlung und spontane Reizbarkeit, durch die Verachtung der bürgerlichen Sesshaftigkeit und der Ordnung des privaten Lebens. Die Romantik ist Revolte gegen den bürgerlichen Beruf, gegen Karriere, “Fachmenschentum”, geregelte Produktion."
- Ulrike Prokop: Weiblicher Lebenszusammenhang. Von der Beschränktheit der Strategien und der Unangemessenheit der Wünsche. Frankfurt/Main, 1976. S. 147 (via mephistopholus)
annika van vugt: mephistopholus (2011)

annika van vugt: mephistopholus (2011)